Alles nur Fake? Gekaufte Follower im Social Media?

Werden Fans gekauft?Viele Blogger träumen davon, mit ihrem Blog erfolgreich zu sein. Auch die Profile im Social Media gewinnen immer mehr an Bedeutung. Einige Influencer können sogar nur von ihrem Profil auf einem der Sozialen Netzwerke leben. Während die einen sich ihren Erfolg mühsam aufbauen und auf normale Follower setzen, kann es anderen gar nicht schnell genug gehen. Sie kaufen sich einfach ein paar Abonnenten, um sich Zeit zu sparen und hoffen so schneller ans Ziel zu kommen.

Was ist ein Influencer überhaupt?

Wer das erste Mal den Begriff Influencer hört, denkt eventuell an eine Krankheit. Da man unter dem ähnlich klingenden Wort Influenza eine Viruserkrankung versteht. Influenzer sind keine Viren, es handelt sich bei ihnen um Menschen, die eine hohe Präsenz in den Sozialen Medien haben und andere beeinflussen können. Somit kommen die Personen für Werbung verschiedener Produkte infrage und können dadurch Geld verdienen. Das klingt doch toll, oder? Der Begriff Incluencer kommt aus dem Englischen und leitet sich von influence ab, das bedeutet übersetzt beeinflussen. Somit ist ein Influencer nichts anderes als ein Beeinflusser.

Wie wird man Influencer?

Influencer wird man, indem man interessante Beiträge verfasst und dadurch Leser bekommt, die einem folgen. Umso mehr Follower es werden, desto mehr kann man mit einem Werbepost verdienen. Deshalb soll die Zahl der Fans natürlich erhöht werden. Das wird auf unterschiedliche Arten versucht. Ich habe schon so manches, speziell auf Instagram, erlebt. Da gibt es zum einen die Hopper. Mit dieser Spezies durfte ich gleich zu Beginn Bekanntschaft machen. Sie folgen einem, nur um am nächsten Tag wieder zu entfolgen. Durch das Folgen versuchen sie einen dazu zu bewegen zurückzufolgen. Aber ganz gleich, ob man folgt oder nicht, sie sind nach kurzer Zeit wieder weg. Gut zu erkennen sind sie daran, dass ihnen wesentlich mehr Leute folgen, als sie selbst. Einige kommen bei jedem neuen Post wieder, weil sie sich nicht mehr daran erinnern, dass sie schon ein Mal da waren. Diesen Leuten folge ich grundsätzlich nicht, weil ich ein Problem damit habe, dass sie andere nur als Ware ansehen. Für den Fall, dass es einem doch passiert, kann man es dank einer Unfollower-App ganz gut erkennen.

Dann gibt es die Liker, die sympathischste Gruppe von allen. Likes sind toll und tun keinem weh. Die Methode scheint sogar zu funktionieren. Wenn ich etwas Zeit habe, schaue ich auch nach Hashtags, die mich interessieren, und klicke die Herzchen an. So konnte ich schon ein paar neue Follower erreichen. Ich habe es aber nicht darauf angelegt. Richtig nervig sind die Sinnlos-Kommentierer, die einem aber nicht folgen. Manche kommentieren irgendwelche Smileys. Es gab mal eine Firma, die unter alle meine Beiträge drei grüne Herzen gesetzt hat. Irgendwann hat es mich so genervt, da war ich froh, dass es die Blockierfunktion gibt. Mindestens genauso ätzend finde ich diejenigen, die dir sagen, wie toll dein Profil doch ist, um dich gleich danach aufzufordern bei ihnen vorbeizuschauen und ihr Profil zu liken. Da frag ich mich immer, wenn sie meine Beiträge so toll finden, warum folgen sie mir dann nicht? Ganz klar, sie wollen mich als Teil ihrer zukünftigen Influencer-Karriere gewinnen, aber nicht weil ich ihnen als Person wichtig bin, sie sehen mich nur als eine Nummer ihrer Follower-Zahl. Anfangs habe ich solche Kommentare ignoriert. Nun kommentiere ich immer mit einem Smiley.

Bis hierher waren die Methoden, wenn sie für andere auch nervig sind, noch legitim. Die letzte Variante würde ich als absoluten Betrug bezeichnen. Es gibt einige, die kaufen sich tatsächlich ihre Follower ein. Dabei handelt es sich aber nicht mal um Landsleute. Es sind Menschen aus anderen Ländern. Einigen Firmen scheint es egal zu sein, ob die Leute echt sind, so lange genug Follower vorhanden sind. Andere durchschauen es, weil sie durch bestimmte Programme die Herkunft der Follower herausfinden können. Manchmal fällt es aber auch so auf, dass es sich um Fakes handelt. Wenn jemand nur wenige Beiträge, aber schon mehrere Tausend Follower hat, kann etwas nicht stimmen.

Auch, wenn man sich einzelne Follower-Profile anschaut, erkennt man schnell den Betrug. Leute, die so etwas machen, sind wohl nur auf das schnelle Geld aus. Echte Fans, die einem folgen, weil sie gut finden, was man macht, sind wesentlich mehr wert, als Tausende Profile ohne Seele. Sie betrügen nicht nur sich und Kooperationspartner, auch ihre echten Follower führen sie hinters Licht. Im Übrigen können solche Bots, die zum Faken genutzt werden auch Schindluder im eigenen Profil treiben. Sie liken Beispielsweise gewaltverherrlichende oder ähnlich abstoßende Sachen, die auch noch gegen das deutsche Recht verstoßen. Am Ende können sie mehr schaden als nutzen. Manchmal ist weniger eben doch mehr.

Die allerbeste Methode ist es ehrlich und authentisch zu sein, ehrliche Likes und Kommentare zu verteilen und dadurch zu wachsen. Vielleicht dauert es länger, als bei den anderen genannten Varianten, aber es ist mir persönlich am sympathischsten.