Ich will nur dein Geld? Gib es mir!

Unverschämte Einträge in ein BranchenbuchUnd stell keine Fragen! Denk nicht darüber nach! Leistungen bekommst du dafür nicht! Und wenn, sind sie so gering, dass der Betrag, den du mir gibst, viel zu hoch ist für das, was ich dir gebe! Aber hey, ich hoffe, du bist blöd genug, es nicht zu merken! Immerhin steht jeden Tag ein Dummer auf, du gehörst doch dazu, oder etwa nicht?

Was machst du, wenn dir das jemand sagt? Gibst du ihm dein Geld? Würdest du so für neue Kunden werben? Meinst du, das wäre vertrauenserweckend? Nicht?!? Dann verstehe ich nicht, warum Angebote verschickt werden, die nichts anderes aussagen.

Die Masche mit dem Eintrag ins Branchenbuch

Heute Morgen, ich war gerade in Gedanken bei dem heutigen Artikel für einen meiner anderen Blogs, da signalisierte mir ein Piepton die Ankunft eines neuen Faxes. Neugierig wie ich bin, ging ich nachschauen, wer mir etwas schickt. Schon von Weitem sah ich das Wort „Branchenbuch“ und wusste, dass es sich um Werbung der widerlichsten Art handelt. Schon oft habe ich solche Angebote per Post oder Fax erhalten. Während ich Briefe sofort entsorge, ärgert es mich jedes Mal, dass Tinte meines Faxgerätes für solch einen Mist verschwendet wird. Einige dieser Schreiben haben einen amtlichen Charakter, sodass die Gefahr, dass Leute darauf reinfallen sehr groß ist. Das konnte ich von dem heutigen Zettel nicht sagen.

Das Angebot

Brachenbucheinträge ohne Nutzen für die eigene FirmaDa ich gedanklich sowieso aus meinem Blogthema gerissen wurde, las ich mir aus Spaß das Kleingedruckte durch. Ich finde es immer faszinierend, für was die Leute Geld verlangen. Normalerweise sind es ein paar Hundert Euro, die für eine Mindestvertragslaufzeit von zwei Jahren veranschlagt werden. Bei diesem Schreiben musste ich allerdings schlucken. Hier will man 79 Euro im Monat, netto versteht sich. Weiterhin heißt es, es sind ja „nur“ 1.896 Euro netto bei einer Vertragslaufzeit von 2 Jahren. Aber wofür? Für einen Eintrag, aber wo? Ich las weiter im Kleingedruckten und entdeckte irgendwo die Website, auf der ich gelistet werden könnte. Von der Seite hatte ich noch nie etwas gehört. Bei der Summe denkt man doch eher an einen Eintrag auf einer bekannten Seite, die weit vorn bei Google rankt und mächtig viele Besucher hat.

Um diese Firma nicht weiter zu unterstützen, habe ich die Internetadresse natürlich nicht in den Browser gegeben, mich auch nicht weiter bemüht etwas über diese Firma herauszufinden. Vermutlich rankt die Seite irgendwo auf den hinteren Plätzen, sonst hätte man sicher schon davon gehört. Immerhin steht im Kleingedruckten, dass man ein Widerrufsrecht von 14 Tagen hat. Das Problem wird nur sein, dass Leute, die vielleicht darauf reinfallen und den Zettel ausfüllen, erst nach der Widerrufszeit eine Rechnung bekommen und ihnen dann klar wird, was diese Angebotsannahme bedeutet. Ich kann nur sagen: „Finger weg von solchen Offerten!“ Diese überteuerten Einträge bringen euch und eure Firma nicht nach vorn. Es gibt genügend kostenlose oder günstige Eintragsmöglichkeiten, da muss man sein hart erarbeitetes Geld nicht zum Fenster rausschmeißen.

Warum kein Werbeverbot für B2B?

Es nervt mich tierisch, dass ich, sobald ich ein Gewerbe angemeldet habe, von Hinz und Kunz mit Angeboten belästigt werden darf. Wer eine Domain hat, die geschäftlich genutzt wird, ist zur Veröffentlichung eines Impressums verpflichtet und somit sämtlichen Leuten ausgeliefert. Gleiches gilt für die Denic-Abfrage (Daten, wer eine Domain registriert hat). Dort muss sogar eine Faxnummer angegeben werden. Von meinen Domains habe ich die Nummer für das Fax längst gelöscht, weil ich gleich zu Anfang ausländische Angebote bekam (die kommen heutzutage per Mail). Es müsste ganz klar ein Werbeverbot auch für B2B (Business-to-Business) geben. Und auch die Whois-Abfragen dürften nicht ohne Nachweis der abfragenden Person stattfinden. Die Daten für das Impressum sollten selbst bestimmt werden können. Es sollten die Daten nur bei einer guten Begründung herausgegeben werden, wenn man beispielsweise bei dem Kauf eines Onlineshops betrogen wird oder Ähnliches … Na ja, das ist jetzt mein Wunschdenken, aber das würde vielen den Arbeitsalltag erleichtern. Alle reden von Datenschutz, dabei gibt es den nicht!

An die Firmen, die auf das schnelle Geld der Menschen aus sind, die für jeden Cent hart arbeiten: Wenn ihr Geld braucht, geht arbeiten! Und hört auf, andere Leute zu belästigen!